Zwei oder drei 220-Meter-Windräder vor Rondeshagen  -
Warum wir weitere Prüfungen fordern!
Wir setzen auf die Unterstützung unserer Landtagsabgeordneten
aus dem Herzogtum Lauenburg

Der überarbeitete Entwurf für die neuen Regionalpläne Windenergie der Landesregierung wurde Anfang Juli der Öffentlichkeit präsentiert. Die Stellungnahmen aus dem ersten Entwurf wurden bearbeitet und kommentiert.

Im Rahmen der erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung haben wir erneut Stellung zum überarbeiteten Entwurf der Regionalpläne Windenergie genommen. Dabei halten wir auch unsere bereits im Verfahren bis Oktober 2025 vorgetragenen Einwendungen ausdrücklich aufrecht.

Aus unserer Sicht besteht insbesondere bei folgenden Punkten weiterhin erheblicher Klärungs- und Prüfbedarf: 
Ein in diesem Jahr bestätigter Rotmilan-Brutplatz direkt an dem geplanten Vorranggebiet und die dokumentierte Nutzung der umliegenden Fläche als Nahrungsraum.
Die Auswirkungen auf Fauna und Natur müssen angesichts der konkreten Planungen und der Dimension der vorgesehenen Anlagen aktuell und standortbezogen bewertet werden. Bestehende Erkenntnisse und neue tatsächliche Entwicklungen seit dem ursprünglichen Planentwurf sind dabei einzubeziehen.

Abstand zu Wohnbebauung trotz Anlagenhöhen von über 200 Metern
Der Regionalplan sieht weiterhin einen Mindestabstand von 400 Metern zu Splittersiedlungen vor. Angesichts moderner Windenergieanlagen mit Gesamthöhen von 200 Metern und mehr halten wir eine erneute Überprüfung dieser Abstandskriterien für erforderlich.
Es muss nachvollziehbar begründet werden, warum die bisherigen Abstände auch bei Anlagenhöhen von rund 220 Metern noch als ausreichend angesehen werden.

Der denkmalgeschützte Gutshof Groß Weeden ist Teil der historischen Kulturlandschaft. Aus unserer Sicht wurden die möglichen Auswirkungen der geplanten, sehr hohen Windenergieanlagen auf Sichtbeziehungen, Blickachsen, Fernwirkung und die Wahrnehmung des Kulturdenkmals bislang nicht ausreichend dargestellt. Wir fordern daher eine ergänzende denkmalfachliche Bewertung und eine nachvollziehbare Darstellung der Auswirkungen auf das Kulturdenkmal und seine Umgebung.

Frühere Einwendungen müssen nachvollziehbar berücksichtigt werden
Zahlreiche Einwendungen wurden bereits im Beteiligungsverfahren bis Oktober 2025 vorgetragen. Auch die gegen die geplanten Windvorranggebiete zum Ausdruck gebrachte breite öffentliche Kritik wurde bislang aus unserer Sicht nicht ausreichend nachvollziehbar in der Abwägung dargestellt.
Wir erwarten deshalb eine transparente Dokumentation, welche früheren Einwendungen geprüft wurden und aus welchen Gründen ihnen gegebenenfalls nicht gefolgt wurde.

Aus unserer Sicht sind wesentliche Fragen weiterhin ungeklärt. Die Auswirkungen auf Fauna und Landschaft, die geplanten Anlagenhöhen von rund 220 Metern, die Abstände zu Wohnbebauung, der Denkmalschutz sowie die neue militärische Nutzung des Flughafens Lübeck müssen erneut geprüft und nachvollziehbar in die Abwägung einbezogen werden.

Unterstützung bekommen wir von den Landtagsabgeordneten Rasmus Vöge (CDU) und Christopher Vogt (FDP).

Bei einem Vor-Ort-Termin informierte die Bürgerinitiative die Landtagsabgeordneten  aus dem Herzogtum Lauenburg über offene Fragen und aus ihrer Sicht unzureichend berücksichtigte Belange bei den Planungen für das Windvorranggebiet Groß Weeden. Im Fokus stehen insbesondere ein neu bestätigter Rotmilan-Brutplatz, die Nähe zur Wohnbebauung sowie die umstrittene Einstufung Groß Weedens als Splittersiedlung. Beide Abgeordneten sehen erheblichen Klärungsbedarf und kündigten an, die Kritik auf Landesebene einzubringen. Zusätzlich informierten wir sie über weitere Belastungen wie Denkmalschutz, die alte Sondermülldeponie und mögliche Auswirkungen auf die Sichtbeziehungen zur Lübecker Altstadt.

Angesichts des Zusammenwirkens zahlreicher und teilweise erheblicher Faktoren halten wir eine erneute, ergebnisoffene Prüfung der potenziellen Vorrangfläche Rondeshagen für dringend erforderlich. Dabei ist insbesondere die Eignung des Standorts für die Errichtung sehr großer Windenergieanlagen kritisch zu hinterfragen. Wir fordern daher eine umfassende Neubewertung des Standorts unter Einbeziehung aller relevanten Belange und Auswirkungen.

LN Artikel vom 28.08.2026 Windkraft in Rondeshagen: "Die Belastungsgrenze ist erreicht"