Das denkmalgeschützte Gut Groß-Weeden droht brachial zerstört zu werden...
Windkraftanlagen sollen in circa 440 m Entfernung zum Gut errichtet werden
- nun haben wir uns an das Denkmalamt in Kiel gewandt
Das Gut Groß-Weeden mit einem Herrenhaus im neubarocken Stil, gutseigenen Wirtschaftsgebäuden, einem ehemaligen Verwalterhaus und einstigen Tagelöhner Häusern wurde in den letzten 20 Jahren mit immensen persönlichen und finanziellen Aufwand restauriert und modernisiert.
Wir befürchten, dass sämtliche den Denkmalschutzauflagen entsprechende Renovierungen sinnlos waren und einer Industrieanlage geopfert werden. Aus diesem Grund haben wir uns im April 2026 mit einem Schreiben an das Denkmalamt in Kiel gewandt:
"Seit Anfang dieses Jahres gibt es Planungen der Gp Joule, in die direkte Sichtachse unseres Parks – in einem Abstand von etwa 500 Metern – zwei bis drei Windkraftanlagen mit einer Turmhöhe von rund 200 Metern zu errichten.
Wir haben bereits beim Denkmalamt in Ratzeburg Einspruch erhoben, eine Bürgerinitiative gegründet und gemeinsam mit dem NABU, Naturschutzvertretern und weiteren Beteiligten versucht, gegen dieses Vorhaben vorzugehen. Die gesetzliche Änderung hinsichtlich der reduzierten Abstandsregelungen ist uns natürlich bekannt.
Unser Herrenhaus ist ein ganz besonderes Objekt – es handelt sich um das größte private Herrenhaus von Erich Elinius mit den dazugehörigen historischen Stallgebäuden. Meine Eltern haben das Anwesen im Jahr 2000 erworben und über viereinhalb Jahre hinweg mit erheblichem finanziellem Aufwand und großer Sorgfalt restauriert. Auch künftig stehen weitere Investitionen an, um das Ensemble behutsam zu führen – beispielsweise die Modernisierung der Wirtschaftsgebäude oder die Ausstattung der Wirtschaftsgebäude mit PV-Anlagen, selbstverständlich stets in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt. Auch unser Garten steht unter Denkmalschutz.
Sollten nun Windkraftanlagen unmittelbar in die Sichtachse des Herrenhauses und des Parks gebaut werden, hätte dies aus unserer Sicht erhebliche Auswirkungen auf den Denkmalwert, das Gesamtbild des Ensembles, die Wohn- und Lebensqualität sowie langfristig auch auf den wirtschaftlichen Wert der gesamten Anlage. Themen wie Infraschall, Geräuschentwicklung und die grundsätzliche Beeinträchtigung des historischen Landschaftsbildes spielen dabei ebenfalls eine große Rolle.
Unsere Familie lebt dort mit großer Überzeugung und Verbundenheit zur Natur. Meine Schwester betreibt auf dem Hof ihre Pferdehaltung mit mehreren Einstellern sowie ihre naturheilkundliche Arbeit mit Pferden. Auf dem Grundstück und in unmittelbarer Umgebung befinden sich nistende Milanpaare, Seeadler, Eulen, Fledermäuse sowie eine außergewöhnliche Artenvielfalt durch zwei große Teiche, alte geschützte Wälder mit jahrhundertealten Eichen sowie wertvolle Mischbestände aus Buchen, Eichen und weiteren Gehölzen.
Es gab hierzu bereits einen veröffentlichten Presseartikel, in dem viele dieser Bedenken – Denkmalpflege, Naturschutz, Vogelbestand und Landschaftsschutz – thematisiert wurden.
Da die Ausweisung der Windvorranggebiete voraussichtlich bis zum Jahresende entschieden werden soll, ist es für uns sehr wichtig, nun gemeinsam mit dem Denkmalamt eine starke Position aufzubauen.
Daher möchten wir Sie herzlich bitten, sich die Situation einmal persönlich vor Ort anzusehen. Gerne würden wir mit Ihnen einen Termin abstimmen, Sie auf dem Gut empfangen und Ihnen die besondere Lage und Problematik direkt zeigen. Vielleicht ergibt sich daraus auch gemeinsam mit dem Denkmalamt eine Möglichkeit, öffentlich nochmals ein Zeichen zu setzen."
Wir hoffen mit diesem Schreiben Unterstützung von der
Bild oben: ein Blick auf das Gut 2025,
Bild unten: bald könnte es so aussehen (KI generiert)